Mutmaßungen und Forderungen

In der heutigen Ausgabe der FAZ fordert Patrick Bernau in einem Kommentar im Wirtschaftsteil, dass über das “Monopol” von Google nachgedacht werden müsse; und bei der Gelegenheit auch gleich über Amazon und Facebook.

Bernau argumentiert u.a., dass Google einen Marktanteil von über 90% habe. Dabei verkennt er, dass dieser Marktanteil für Deutschland gilt, nicht für das Heimatland USA, nicht weltweit. Es hat mich schon immer sehr erstaunt, dass Deutschland zwar das Land der größten Google Kritiker ist, aber kaum Alternativen genutzt werden.

Weiterhin erkennt Bernau zwar an, dass “Monopole” im Internet nicht ewig bestehen bleiben, sie immer in Gefahr sind. Das würde aber nicht an echtem Wettbewerb liegen, sondern ein Monopolist würde durch einen anderen abgelöst. Diese Argument ist in zweifacher Hinsicht interessant:

  1. Wie möchte Bernau denn den Wettbewerb organisieren? Möchte er Facebook, Google und Amazon zerschlagen? Oder soll es eine staatlich beaufsichtigte Verteilung der Dienste geben, so nach dem Motto Du nutzt Google, Du Bing, Du Amazon, Du gehst bei Thalia einkaufen? Ich weiß es nicht.
  2. Gibt es denn tatsächlich Beispiele, dass im Internet “Monopole” nur durch andere abgelöst wurden? Gab es denn bislang solche “Monopole”, die eine solche Argumentation rechtfertigen? Die von Bernau genannten Unternehmen sind noch vergleichsweise neu, ihre “Monopole” noch neuer.

Übrigens habe ich keine Ahnung, ob der Kommentar auch online verfügbar ist. Aufgrund des LSR werde ich möglichst darauf verzichten, auf Inhalte von Unterstützern des LSR zu verlinken. Das macht bei meinen fünf Lesern zwar keinen Unterschied, aber da geht es mir ums Prinzip.

Monopol?