thosch66:

voicegem:

Today, we are excited to announce that we are joining Palantir.

We had an incredible ride during the past 8 months. Last June, days after we graduated, we dived into Y Combinator’s summer 2012 class. At first, we set about building a suite of simple online tools for the elderly. One of those…

Wir haben tolle 8 Monate hinter uns! Wir haben ein tolles Produkt eingeführt! Tausende von Kunden nutzen (und verlassen sich auf) unser Produkt! Wir sind so toll ! Ihr seid so toll! Blablablabla!

Übrigens wir gehen jetzt zu Palantir, weil die so mission driven sind, und schmeißen unsere bisherige Mission - Euch Kunden - in den Dreck. Na ja, vier Wochen dürft Ihr unser Produkt noch nutzen…

Den Ärger verstehe ich voll und ganz. Die Geschichte berührt einen Punkt, den in der Regel weder Kunden (oder Nutzer? oder Konsumenten?) noch Journalisten und Blogger ansprechen oder hinterfragen. Womit verdient die Firma, deren tolles Produkt ich nutze, ihr Geld? Oder auch, in welchem Stadium der Entwicklung befindet sich die Firma überhaupt?

Bei Startups ist oft nicht klar, wer die Firma betreibt, wo sie ihren Sitz hat, wer ihre Investoren sind. Vielleicht erinnert sich noch jemand an Ma.gnolia? Mir war zwar bekannt, wer diesen innovativen Bookmarking Service betrieb, aber viel mehr auch nicht. Als die Seite dann offline war, kam ans Licht, dass der komplette Service auf einem Mac Mini lief. Oder IMified? Angeblich AES Verschlüsselung und Server in den Rocky Mountains. Aber keine weiteren Informationen.

Bei der Finanzierung sieht es ähnlich aus. Eigene Kohle? Familie? Angel? VC? Bei VCs dürfen wir davon ausgehen, dass die irgendwann einmal ihr Geld möglichst verzinst wieder sehen möchten. Was macht ein Startup dann? Richtung ändern, womöglich unangenehm werden.

Jedenfalls feiern wir oft einfach Produkte und Services ab, ohne uns zu fragen, ob die Firma auch noch in einem, fünf oder zehn Jahren da sein wird. Wie lange kann die Firma unabhängig bleiben? Was geschieht, wenn sie übernommen wird (abgesehen von den fröhlichen Ankündigungen auf dem Firmenblog)? Ich glaube, wir müssen längerfristig denken lernen. Und für diese Erkenntnis ist es in 2013 schon ziemlich spät.